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Wohnen und Pflegen in der Malteser Rhein-Ruhr gGmbH

Malteserstift St. Hedwig schließt Demenz-Zertifizierung ab

20.04.2021
In der im Stil der 50er und 60er Jahre eingerichteten Gemeinschaftsküche können demenziell veränderte Bewohner seit Kurzem gemeinsam in Erinnerungen schwelgen.

Im Malteserstift St. Hedwig können die Senioren seit Kurzem in einer Gemeinschaftsküche im Stil der 50er und 60er Jahre gemeinsam kochen und Zeit verbringen. Die Küche befindet sich auf dem Wohnbereich „Am Schützenplatz“, auf dem ausschließlich demenziell stark veränderte Bewohner leben. Teekannen, Krüge und Teller sind Originale aus dieser Zeit und wichtige Elemente dafür, dass sich demente Bewohner in der auf ihre speziellen Bedürfnisse angepassten Umgebung wohlfühlen. Die Mitarbeitenden der Pflegeeinrichtung haben die Küche im Rahmen der Zertifizierung des Europäischen Netzwerks für psychobiographische Pflege Böhm (ENPP Böhm) gestaltet. Das Institut arbeitet nach wissenschaftlichen Erkenntnissen des österreichischen Pflegewissenschaftlers Professor Erwin Böhm.

Bautzen.Die Gemeinschaftsküche ist nur ein praktisches Beispiel für Bereiche, die die Mitarbeitenden der Pflegeeinrichtung im Rahmen der umfangreichen Zertifizierung umgestaltet haben. Über viele Monate haben sie sich intensiv mit den theoretischen und praktischen Inhalten des „Psychobiografischen Pflegemodells“ nach Professor Böhm auseinandergesetzt. Neben der Umgestaltung bestimmter Bereich in der Einrichtung haben die Mitarbeitenden im Rahmen der Zertifizierung insgesamt 220 Theoriestunden absolviert.

Ein gewohntes Umfeld für demente Menschen schaffen
„Wir freuen uns sehr, dass das Malteserstift St. Hedwig nun noch besser auf die Bedürfnisse unserer dementen Bewohner ausgerichtet ist“, sagt Matthias Wollmann, Hausleitung des Malteserstift St. Hedwig. Neben der Gemeinschaftsküche gibt es auf dem Wohnbereich „Am Schützenplatz“ eine „Gartenstraße“ mit Elementen, die eher Bewohner aus einer dörflichen Umgebung ansprechen, und eine „Reichenstraße“ mit Anregungen für Menschen aus städtischem Umfeld. Die Grundidee des Pflegemodells von Professor Böhm besteht darin, für demente Bewohner Angebote entsprechend ihrem früheren Alltag zu schaffen. In einer für sie vertrauten Umgebung fühlen sie sich wohl und daheim. „Wir wollen unseren Bewohnern in ihrer gewohnten Lebenswelt begegnen, statt von ihnen zu verlangen, dass sie sich an die Abläufe einer Pflegeeinrichtung anpassen“, betont Wollmann.

Demenzarbeit mit großem Erfolg
Die Malteser machen in vielen ihrer Pflegeeinrichtungen bereits seit langem sehr gute Erfahrungen mit der Demenzarbeit nach dem Pflegemodell von Böhm. Auch wenn diese individuelle Art der Demenzarbeit sehr zeitaufwendig ist - die Mitarbeiter beschäftigen sich intensiv mit der Biografie der Menschen, lernen in Gesprächen mit den Angehörigen und bei Hausbesuchen viel über den Lebensweg der Bewohner - sprechen die Erfolge für sich: „Die Bewohner sind deutlich ruhiger und haben seltener das Bedürfnis, „wegzulaufen“, was bei dementen Menschen ein ganz typisches Verhalten ist. Auch Beruhigungsmittel müssen wir nur noch in Ausnahmefällen einsetzen“, zieht Wollmann positiv Bilanz.

 

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